Yoga Arten: Eine kleiner Überblick für Yoga-Neulinge (und natürlich auch für alte Yogi-Hasen!)

Yoga Arten

Jeder Yoga-Anfänger wird wohl ziemlich schnell feststellen: Yoga ist nicht gleich Yoga. Mal geht es sehr entspannt zu, die nächste Stunde überrascht dann aber mit schweißtreibendem Workout. Mal ist der Kurs ganz unspirituell, dann werden stundenlang Mantras gesungen…

Wenn du zu der Sorte Mensch gehörst, die lieber weiß, was einen erwartet, dann wirf einen Blick auf unsere kleine Übersicht der beliebtesten Yoga Arten. So kannst du leicht herausfinden, welchen Fokus die einzelnen Yoga Stile haben, dir vorstellen, wie die Kurse ungefähr aussehen werden und entscheiden, welche Yoga Art wohl am besten zu dir passt!

Übrigens: Auch unser Yoga-Quiz hilft dir dabei, den für dich perfekten Yogastil zu finden!

Yoga Arten Acro Yoga

Acro Yoga

Acro Yoga ist ein noch relativ junger Stil. Er verbindet akrobatische Elemente mit Yoga, weshalb es auch sehr viele Partnerübungen gibt. Ich habe Acro Yoga selbst noch nie ausprobiert, finde aber, dass es sehr beeindruckend (und ein bisschen einschüchternd) aussieht. Wenn du sehr sportlich bist und Spaß an großen Herausforderungen hast ist es bestimmt perfekt für dich!

Anusara Yoga

Auch das Anusara Yoga wurde erst 1997 von John Friend in den USA begründet. Anusara wird auch als Herz-Yoga bezeichnet, denn das Gute, Leichtigkeit und die Freude an der Bewegung stehen hier im Fokus. Die Übungen kommen aus dem ursprünglicheren Hatha Yoga und folgen auch im Anusara Yoga einer exakten und präzisen Ausrichtung. Verbunden werden sie aber mit modernen Erkenntnissen aus der Bio-Mechanik und einem spirituellen Ansatz. Ziel einer regelmäßigen Praxis ist es, sowohl seine innere Stabilität als auch äußerlich zu einer individuellen, idealen Körperhaltung zu finden.

Wenn du nach einem sehr vollwertigen Yoga Stil suchst, der geistige und körperliche Elemente ausgewogen vereint, bist du beim Anusara Yoga richtig. Diese Yoga Art ist auch für Anfänger sehr gut geeignet.

Yoga Arten Aerial Yoga

Aerial Yoga

Bleiben wir direkt bei den jüngeren Yoga Arten: Aerial Yoga ist ein recht neuer Yoga-Trend. Dabei wickelst du dich in Tücher ein, die an einer Stange oder von der Decke hängen. Das hat den Vorteil, dass du mal so richtig loslassen kannst und vor allem viel leichter in Umkehrhaltungen kommst. Vor allem für die Schüchternen unter uns bedarf das erstmal ein bisschen Überwindung, aber sobald du es geschafft hast, macht das Ganze einen Heidenspaß! 😊

Ashtanga Yoga

Im Ashtanga Yoga gibt es sechs feste Übungsserien – und die haben es in sich! Nicht umsonst munkelt man, Ashtanga sei der härteste aller Yogastile. In der Klasse wirst du auf jeden Fall deine körperliche und geistige Ausdauer trainieren.

Bikram yoga Yoga Arten

Bikram Yoga

Du schwitzt gerne? Also, so richtig richtig? Perfekt, dann herzlich willkommen beim Bikram Yoga! Diese Yoga Art wird nämlich bei 38 Grad Raumtemperatur durchgeführt. Die Hitze soll dem Körper beim Entgiften helfen, die Muskeln flexibler werden lassen und Verletzungen vorbeugen.

In jeder 90 Minuten langen Unterrichtseinheit wird dieselbe Abfolge von 26 Asanas und zwei Atemübungen durchgeführt. Somit hast du jede Stunde vor Augen, was kommt, und kannst gezielt an den Übungen arbeiten. Ich liebe Bikram Yoga, weil es mich auf so vielfältige Art und Weise herausfordert und wachsen lässt. Mehr dazu verrate ich dir bald in einem Blogbeitrag.

Forrest Yoga

Der Name „Forrest Yoga“ klingt erstmal ein bisschen irreführend, denn er hat nichts mit Bäumen zu tun oder wird im Wald praktiziert. Vielmehr wurde er von seiner Namensgeberin Ana Forrest entwickelt, die einen Yoga Stil suchte, der perfekt in die moderne Welt passt. Neben klassischen Yoga-Übungen, die aus verschiedenen Stilen zusammengeführt werden, steht auch die Atmung und ein Training des Core (also der Körpermitte) im Mittelpunkt. Auch die Kraft des Geistes soll im Forrest Yoga gestärkt werden.

Diese Yoga Art eignet sich für alle, die ein umfassendes Training suchen und gerne Neues ausprobieren – egal ob Anfänger oder fortgeschrittener Yogi. Auch wenn du dich kürzlich verletzt hast oder körperlich etwas eingeschränkt bist, kann Forrest Yoga perfekt für dich sein – die Lehrer sind nämlich speziell darauf geschult, auf jeden Yogi und seine körperliche Verfassung richtig einzugehen.

Hatha Yoga

Hatha Yoga

Fast immer, wenn ganz allgemein von Yoga gesprochen wird, ist damit eigentlich Hatha Yoga gemeint – denn diese Yoga Art ist wohl die klassischste, wie wir sie in der westlichen Welt kennen. Im Fokus steht dabei vor allem das Gleichgewicht von Körper und Geist, das durch eine Kombination von Asanas, Atemübungen und Meditation erreicht werden soll. Auch die Praxis der Übungen soll letztlich zur Entspannung führen. Hatha Yoga wird generell aber eher ruhig und langsam praktiziert.

Besonders für Anfänger ist das Hatha Yoga gut geeignet, weil du hier viele grundlegende Yoga-Übungen kennenlernst und sie in Ruhe üben kannst. Aber auch fortgeschrittene Yogis haben natürlich Freude am Hatha – durch langes Halten der Asanas kannst du deine Praxis leicht intensivieren.

Iyengar Yoga

Das Iyengar ist eine sehr puristische Form des Yoga – hier wirst du nicht erleben, dass Musik gespielt oder Mantren gesungen werden. Der Fokus liegt ganz klar auf den einzelnen Übungen und ihrer korrekten Ausführung. Dafür gibt der Yogalehrer sehr genaue Anweisungen und es wird mit vielen Hilfsmitteln (wie Klötzen oder Gurten) gearbeitet. Iyengar Yoga hilft dir dabei, eine verbesserte Konzentration zu entwickeln und den Augenblick besser wahrzunehmen.

Die Ausbildung zum Iyengar-Lehrer ist sehr intensiv und langjährig. Die Teacher haben dementsprechend sehr viel Wissen, das sie weitergeben und natürlich auch anwenden können. Dadurch ist diese Yoga Art insbesondere für ältere Menschen oder Personen mit vorherigen Verletzungen geeignet. Aber auch jeder, der Freude an der klaren und konkreten Form des Iyengar Yoga hat, wird sich hier wohlfühlen.

Kundalini Yoga

Kundalini Yoga

Kundalini ist auch eine sehr ursprüngliche Form des Yoga, die einst auch nur dem indischen Königshaus vorbehalten war. Erst in den 60er Jahren kam diese Yoga Art zu uns in den Westen. Generell steht beim Kundalini Yoga die Spiritualität im Vordergrund. Durch die Praxis soll die Kundalini-Energie erweckt, in Bewegung gebracht und verändert werden. Einzelne Kundalini-Klassen stehen unter einem Thema (etwa Angst oder Verdauung), für welches dann ein bestimmtes Set an Übungen praktiziert wird. Das Singen von Mantren, Meditationen und Entspannung sind weitere Inhalte, die beim Kundalini Yoga praktiziert werden.

Diese Yoga Art ist somit perfekt für alle, die neugierig auf Spiritualität sind, und Lust haben, sich mental weiterzuentwickeln.

Restorative Yoga

Möchtest du mal wieder so richtig entspannen und einfach mal wirklich alles loslassen? Dann solltest du unbedingt Restorative Yoga (= regenerierendes Yoga) ausprobieren! Dieser durchaus meditative Yoga Stil ist darauf ausgerichtet, beim Einnehmen und Halten der Übungen möglichst wenig körperliche Anstrengung einzusetzen. Mit Hilfsmitteln wie Klötzen und vielen Kissen und Bolstern nimmst du im Laufe einer Klasse nur wenige Übungen ein. Diese werden dafür umso länger gehalten. Somit erlaubst du deinem Körper, Muskeln und Nervensystem einmal so richtig zu entspannen und somit auch geistig zur Ruhe zu kommen.

Restorative Yoga ist wirklich für jeden geeignet. Du brauchst keine Vorkenntnisse oder besondere körperliche Fähigkeiten, um in diesen Stunden komplett zu entspannen.

Sivananda Yoga

Sivananda Yoga

Sivananda ist eine besonders ganzheitliche Form des Yoga, die auf fünf Pfeilern beruht. Diese umfassen: die Asana-Praxis, Atemübungen, Meditation, Tiefenentspannung und eine reine, vegetarische Ernährung. Es gibt eine feste Abfolge von 12 Schlüssel-Posen, die in jeder Stunde praktiziert werden.

Da im Sivananda Yoga sanft und langsam praktiziert wird, ist dieser Stil gut für Anfänger geeignet. Insbesondere die regelmäßigen Wiederholungen ermöglichen es, einzelne Asanas schnell und konkret zu erlernen. Eine spirituelle Offenheit und Neugierde solltest du bei dieser Yoga Art aber auf jeden Fall mitbringen.

SUP Yoga

SUP ist die Kurzform für Stand Up Paddling, also der Sportart, bei dem du auf einer Art Surfbrett stehst und dich durch Paddeln auf dem Wasser fortbewegst. Wie, und so kann man Yoga machen? Na klar! Durch das Üben auf dem Wasser musst du die leichten Schaukelbewegungen des Brettes ausbalancieren und erhältst so neue Herausforderungen in deiner Yogapraxis. Außerdem schulst du dabei deine Balance, Koordinationsfähigkeiten und trainierst wie nebenbei noch deinen Core.

Prinzipiell ist SUP Yoga für alle Levels geeignet, es kann aber nicht schaden, vorab einen „normalen“ Yoga-Kurs zu belegen. So kennst du die meisten Übungen schon und kannst dich eher darauf konzentrieren, diese auf dem schaukelnden Board richtig auszuführen.

Vinyasa Yoga

Vinyasa Yoga

Vinyasa ist ein sehr dynamischer Yoga Stil, bei dem Atmung und Bewegung rhythmisch zusammenfließen. Daher liegt der Fokus darauf, den Wechsel zwischen den einzelnen Asanas möglichst fließend zu gestalten. Im Vinyasa erwartet dich also ein sehr körperliches Yoga, das dich durchaus ins Schwitzen bringen kann.

Wenn du Lust auf Bewegung und eine eher sportlich als spirituell ausgerichtete Yoga Art hast, dann sollte Vinyasa deine erste Wahl sein! Auch Anfänger finden sich in den Bewegungsabläufen schnell zurecht.

Yin Yoga

Zum Abschluss möchten wir dir noch eine entspannte Richtung des Yoga vorstellen: Das Yin Yoga. Dieser Yoga Stil ist tatsächlich eher passiv – er wird hauptsächlich im Sitzen und Liegen ausgeführt und fordert eher Muskelentspannung als -anspannung. Die Übungen werden häufig mit Hilfsmitteln wie Gurten ausgeführt und mehrere Minuten lang gehalten. So kannst du versuchen, loszulassen und richtig in die Übung hineinzusinken. Dabei werden deine Muskeln, Sehnen, Bänder und auch Faszien richtig intensiv gedehnt.

Wenn du häufig unter Rückenschmerzen leidest oder deine Flexibilität erhöhen möchtest, bist du beim Yin Yoga genau richtig. Es hilft aber auch sehr bei der Selbstwahrnehmung und schult dich im „Loslassen“. Yin Yoga steht für alle Level offen.

Und, hast du deinen perfekten Yoga Stil schon gefunden? Oder liebst du die Abwechslung und probierst dich regelmäßig durch alle Yoga Arten, von traditionell bis total modern?

Wir freuen uns auf deine Kommentare und Anregungen!

Schreibe einen Kommentar